Pro und Contra: Skateboarding bei Olympia?

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Das Internationale Olympische Komitee hat zuletzt bekannt gegeben, dass die Sportarten Surfen und Skateboarding in die engere Auswahl für die Spiele 2020 in Tokio genommen wurden. In der Skater-Szene ist diese Nachricht nicht durchgängig positiv aufgenommen worden.

„Ob sie es glauben oder nicht, aber die Frage, ob Skateboarden zu den Olympischen Spielen gehören sollte, ist schon so alt wie Skateboarden selbst“, schreibt heute Boardsportsource. Jüngst hat das Internationale Olympische Komitee (IOC) den Funsport in das erweitere Programm für die Spiele 2020 in Tokio genommen. Heißt: Läuft alles „gut“, ist Skateboarding nach gut 50-jähriger Anstrengung bei Olympia dabei. Denn schon 1965 hatte John Severson festgestellt, dass sich das Rollbrett sehr gut für die Spiele eignet. „Es ist ein sehr viel messbarer Sport als Surfen“, urteilte die Surf-Legende und wünschte sich, dass Skaten auch organisiert stattfinden kann. Und genau da lag das „Problem“ – Skateboarding fand Langezeit nicht organisiert statt.

Skateboard_Binde 02 Termine Kalender

Noch heute gibt es kein einheitliches Wettkampfsystem. Dass das Skateboarding auf dem Tisch des IOC landete, ist letztlich der World Skateboarding Federation (WSF) zu verdanken, die immerhin alle Disziplinen unter ihrem Dach vereint und folgerichtig zu den größten Vereinigungen in der Skate-Szene gehört. Die Nachricht, dass das Skaten 2020 dabei seien könnte, löste aber nicht nur Lobeshymnen auf die WSF aus. Viele negative Kommentare mündeten sogar in einer Online-Petition, die das Skateboarding von Olympia fernhalten will. Unterstützt wird die WSF von der Internationalen Skateboarding Federation (ISF), die Partner der Nike Street League Skateboarding ist. Geht es nach der ISF, wird in Tokio nach dem Scoring-System der Street League geskatet. Bei der entscheidenen Frage, ob es für das Skateboarding wirklich sinnvoll ist, zum Olympia-Programm zu gehören, kommen derzeit viele Argumente auf den Tisch.

Pro und Contra

Die Fürsprecher glauben, dass die Spiele der Sportart einen wahnsinnigen Schub verpassen könnten. Durch die größere Akzeptanz in der Sportwelt, könnte sich Skating über den Status als Funsport erheben, wodurch Sponsoren aufgeschlossener für neue Anlagen, Contests und soziale Projekte der Szene wären. Auch die vielen Brands könnten von die erhöhte Aufmerksamkeit profitieren. Gerne wird an dieser Stelle darauf verwiesen, dass Olympia die Skater-Szene andersherum auch dringend braucht, um sich der nötigen Verjüngungskur zu unterziehen. So hat bei den Winterspielen das Snowboarden dafür gesorgt, dass auch jüngere Menschen erreicht werden konnten. Diesen Effekt könnte auch das Skateboarding leisten. WSF und ISF glauben deshalb, dass sie auf Augenhöhe mit dem IOC „verhandeln“ können. Man ist gegenseitig aufeinander angewiesen. Oder doch nicht?

Denn dass die Spiele wirklich wichtig für den Boardsport sind, glauben die Olympia-Gegner nicht. Sie merken an, dass es beim Snowboarding zwar eine erhöhte Aufmerksamkeit gegeben hat, die Zahl der aktiven Rider aber bis heute stetig zurückging. Und was soll überhaupt in Tokio gezeigt werden? Leicht verständlich und möglich bildgewaltig – Olympia-Sport muss fernsehtauglich sein. Der gemeine TV-Zuschauer kann aber mit den vielen Tricks nichts anfangen. Und inwieweit Brands wirklich von den Spielen profitieren, bleibt bei den strikten Vorschriften des IOC auch fraglich. Höchstwahrscheinlich kooperiert das Komitee nur mit den größten Herstellern der Branche und macht diese dadurch noch größer. Die kleinen Brands hätten von den Spielen so eher wenig.

Also?

„Die Olympischen Spiele werden die wesentlichen Aspekte des Skateboarding überhaupt nicht ändern“, zitiert Bordsportsource Veith Kilberth. Der ehemalige Pro hat sich auch als Firmengründer einen Namen im Skateboarding gemacht und glaubt, dass, sollte der Mainstream in den Sport dringen, sich schnell Widerstand und eine „Anti-Establishment“-Haltung an der Basis bilden wird. Und genau dies, ist mit der aktuellen Olympia-Debatte ja eigentlich schon geschehen.

Ende offen.

Kommentare

Kommentare

1 Kommentar zu "Pro und Contra: Skateboarding bei Olympia?"

  1. FUNSPORT.de Magazin | 5. Oktober 2015 um 10:21 | Antworten

    Hey, vielen Dank für deinen interessanten Beitrag. Wir haben den direkt auf unserem Twitter-Account geteilt 😉

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